Presse

23. Januar 2020, 

Onlinehandel:Das lokale Amazon

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Der Geretsrieder Online-Marktplatz dahoamkaufen.de soll eine Plattform für regionale Händler mit ihren Produkten werden. Bei den Machern informieren sich Gewerbetreibende über die Möglichkeiten der Internetseite

Es ist ein illustres Grüppchen, das sich in den Geschäftsräumen der Diloma GmbH in der Geretsrieder Blumenstraße eingefunden hat. Bürgermeister Michael Müller (CSU) gibt sich ein Stelldichein, der Geschäftsführer des Isarkaufhauses Frederik Holthaus, dazu andere Geretsrieder Einzelhändler und Gewerbetreibende wie der Sporthändler Rudi Utzinger und der Immobilienexperte Dietmar Wagner. Sie alle folgen der Einladung Frederik Gesters. Der Diloma-Geschäftsführer ist der geistige Vater von dahoamkaufen.de, einem Online-Marktplatz mit angebundenem Lieferservice, auf dem Einzelhändler und Dienstleister aus dem Isartal ihre Produkte anbieten können. Die Plattform funktioniert ähnlich wie Amazon - allerdings auf die unmittelbare Region beschränkt. "Lokale Händler können auf dahoamkaufen.de ihre lokale Ware anbieten. Es ist eine Plattform, die lokale Erzeugnisse widerspiegelt", referiert Gester.

Die Seite ging Ende Oktober 2019 online, bis dato bieten unter anderem das Isarkaufhaus und der Geltinger Dorfladen ausgewählte Waren an. "Ein erstes Ziel ist es, 15 Einzelhändler mit an Bord zu holen, deren Sortiment einen Wocheneinkauf komplett abdeckt", sagt Gester.

Kunden bestellen auf dem Smartphone oder Desktop über die Webseite ihre Produkte, die jeweiligen Einzelhändler erhalten eine E-Mail und stellen die Waren in kompakten grünen Transportkörben zusammen, die anschließend von einem Fahrer abgeholt und an die Kunden ausgeliefert werden. "Wenn die Leute bis 11 Uhr bestellen, erfolgt die Auslieferung noch am gleichen Tag", verspricht Gester. "Bei Lieferwegen bis sechs Kilometer kommt unser Lastenfahrrad ,Olaf' zum Einsatz." Kunden in Eurasburg, Geretsried, Königsdorf und Wolfratshausen werden so klimafreundlich beliefert, bei weiter entfernten Lieferadressen kommt ein CO₂-armer Lieferwagen zum Einsatz.

"Über dahoamkaufen.de erlangen wir eine digitale Sichtbarkeit", sagt Isarkaufhaus-Chef Holthaus. "Kunden sollen uns auch auf dem Smartphone und Desktop sehen, wir wollen damit speziell jüngere Kunden ansprechen." Holthaus spricht mit Blick auf Diloma von einem "super-engagierten Team", ein großer Vorteil von dahoamkaufen.de sei zudem, dass kein zusätzlicher Verpackungsmüll anfällt. Bürgermeister Müller macht sich indes Sorgen, wie es bei Tiefkühlprodukten aussieht. Kundenbetreuerin Tina Gester demonstriert daraufhin eine der "Olivo-Kühlboxen". Diese könnten Tiefkühlwaren drei Stunden lang auf minus 16 Grad halten.

 

Bezahlt wird über einen Zahlungsdienstleister namens Stripe. "Es ist supereinfach", verspricht Gester, obwohl für die Einzelhändler "schon Detailarbeit dahintersteckt", wie es der Firmenchef sagt. So müsse das Warenwirtschaftssystem des jeweiligen Händlers an dahoamkaufen.de angebunden werden. Das sei jedoch im Prinzip einfach. "Alles, was wir brauchen, ist eine Meldung der Bestände." Zehn Prozent Provision behält die Plattform vom Warenwert ein, bei Amazon wären es 20 Prozent, rechnet Holthaus vor. Um bei dahoamkaufen.de präsent zu sein, müssen Händler neben einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 150 Euro zwischen 39 und 189 Euro monatlich zahlen.

Jürgen Sandrock von Elektro Friedl sieht die Seite als Chance, den in der hauseigenen Rösterei hergestellten Kaffee zu verkaufen und die Nachfrage zu steigern. "Das wäre durchaus eine Möglichkeit", sagt er. "Ich habe erst heute wieder Kaffee geröstet, im Edeka Heininger ist die Nachfrage groß." Frederik Holthaus wünscht sich von Müller eine Unterstützung der Plattform seitens der Stadt. Schließlich profitiere die regionale Wirtschaft von einem lokalen Online-Marktplatz, sagt er. Der Bürgermeister erklärt, er wolle die Möglichkeiten, die es dafür gibt, prüfen. Gester spricht dann noch von seinem Ziel. Er wünsche sich 40 Einzelhändler, die auf dahoamkaufen.de präsent seien und die lokale Einkaufslandschaft online abbildeten, sagt er. Und erklärt: "Wir möchten die Region pushen."

 

Damit der Laden im Dorf bleibt

21-11-19

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Einzelhandels-Kauffrau Eva Kirchner ist im Dorfladen in ihrem Metier. Das Geschäft liege ihr sehr am Herzen, sagt sie.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Geltinger Genossenschaft hat das Geschäft am Dorfplatz durch eine schwere Personalkrise manövriert. Jetzt hoffen Vorstand und Aufsichtsrat auf ehrenamtliche Unterstützung

Donnerstagmittag herrscht Hochbetrieb im Geltinger Dorfladen. Eva Kirchner, die ihn seit August leitet, kommt kaum zum Durchschnaufen. Am Tresen stehen Handwerker an, die sich eine Leberkässemmel oder ein paar Würstl holen, und im Café sind alle Tische und Stühle besetzt. Aus der glänzenden neuen Kaffeemaschine wird ein Cappuccino nach dem anderen serviert. Das sieht nach gut gehenden Geschäften aus. Dennoch, der genossenschaftlich getragene Laden am Dorfplatz braucht Hilfe. Vorstand und Aufsichtsrat haben gerade an die rund 250 Genossen und die Öffentlichkeit appelliert, den Betrieb zu unterstützen.

"Wir kämpfen", sagt Vorstandsvorsitzender Christian Seidl über die Lage, die im Sommer durch personelle Probleme verschärft worden war - die inzwischen behoben sind. Die damaligen Leiterinnen Kathy Ertl und Vera Kraus sind nicht mehr da. Die gelernte Einzelhandels-Kauffrau Kirchner schmeißt den Laden zusammen mit einem Dutzend Mitarbeiterinnen. Und die Öffnungszeiten, die wegen der Personallage erheblich eingeschränkt worden waren, sind wieder auf Normalmaß.

Doch schon vor der Personalmisere war die materielle Lage nicht ganz erfreulich gewesen. Der Umsatz, der im Vorjahr die halbe Million überschritten hatte, war 2018 auf 496 000 Euro zurückgegangen, der Überschuss von 10 000 auf 6500 Euro gesunken. Aktuelle Zahlen möchte Seidl erst in der nächsten Genossenschaftsversammlung nennen. Sein Credo vom Juni, "wir werden was tun müssen", gilt jedenfalls mehr denn je.

Neu: der Online-Service

Seidl und die Aufsichtsratssprecherin Silke Noeller-Granget heben in ihrem Schreiben das Positive hervor: Verschönerte Café-Ecke, neues Backwarenangebot samt Aufbackofen und nun auch ein Online-Service. Über den Anbieter dahoamkaufen.de können sich Kunden Produkte aus dem Dorfladen liefern lassen. Gerade habe sie die erste richtige Online-Lieferung zusammengestellt, sagte Kirchner am Donnerstag. Im Korb: Milch, Joghurt, Nudeln, Espresso, Käse, Salami und Pizza aus dem Geretsrieder Senkrechtstarter-Unternehmen Franco Fresco.

Die Dorfladen-Verantwortlichen machen aber auch auf die harte Konkurrenz aufmerksam, der sie - nicht zuletzt durch einen großen Möbelmarkt mit Gastronomie in direkter Nachbarschaft - ausgesetzt seien. Die Situation sei unverändert schwierig. Das habe auch für die Personalsuche gegolten. Mit Mindestlohn sei es bei der aktuellen Vollbeschäftigung nicht getan, Gehälter seien dem Markt angepasst worden, erklären Noeller-Granget und Seidl.

Umso mehr setzen sie nun auf Menschen, die unentgeltlich helfen wollen. Dies könne etwa in der Büroorganisation sein, in Computerfragen, bei Hausmeisterarbeiten, bei der Suche von neuen Produkten oder für Ideen und Anregungen zum Produktsortiment, bei der Werbung für Produkte, beim Einräumen und Reinigen der Regale, bei Umbauarbeiten ... Vor allem, so der Aufruf, werde "dringend ein erfahrenes, ehrenamtliches Verkaufstalent zur Unterstützung bei der Ladenorganisation" gesucht.

Seidl sagt auf Nachfrage der SZ, es gehe darum, dem Dorf den Laden zu erhalten. Wer seine Semmeln unbedingt im Discounter kaufen wolle, könne dies natürlich tun. Wem aber daran gelegen sei, dass Gelting ein Geschäft hat, der sei vielleicht auch daran interessiert, dieses zu unterstützen.

Teamleiterin Kirchner sagt, ihr liege der Dorfladen sehr am Herzen. Die Arbeit dort, der Kontakt zu Menschen, die sie mit Namen kenne und deren Produktvorlieben sie sich merke, das sei einfach "mein Metier". Sie hofft, dass es das bleiben kann.

 

 

 

Regionale Produkte kommen per Lastenfahrrad an die Haustür - 05-11-19

Geretsried hat jetzt einen etwas anderen Online-Versand

https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/geretsried-ort46843/geretsried-bayern-diloma-liefert-regionale-waren-mit-lastenfahrrad-13195689.html?fbclid=IwAR3qm7xydKBD2EqdlTz59rKNYngfR3B2WdAKqkXj8qlT3p5czjYEsaDRHns

Werbung auf dem Direktvermarktermarkt: Frederik Gester mit seinem Lieferfahrzeug namens „Olaf“.
Werbung auf dem Direktvermarktermarkt: Frederik Gester mit seinem Lieferfahrzeug namens „Olaf“. 

Regionale Waren und ein Lastenfahrrad sind die Zutaten der Geschäftsidee von Frederik Gester. Seine Firma Diloma bietet einen Online-Versand der etwas anderen Art an.

Geretsried – Für die meisten ist es eine Selbstverständlichkeit, Waren wie Elektroartikel, Bekleidung oder Bücher online zu bestellen. Doch in Zeiten der Klimawandel-Diskussion fragt sich der ein oder andere schon, ob das Verpacken der Produkte, der Transport mit Lkw und Lieferwagen, das oftmalige Zurückschicken, das Wiederaufbereiten und erneute Verpacken ökologisch sinnvoll sind. Der Versand von Lebensmitteln ist in der Region noch nicht sehr verbreitet. Beidem will das relativ neu gegründete Unternehmen „Diloma“ abhelfen.

 

Geschäftsführer Frederik Gester liefert unter der Internet-Adresse www.dahoamkaufen.de Grundnahrungsmittel und Spezialitäten sowie rund 1700 Artikel aus dem Geretsrieder Isar-Kaufhaus in die Region. Als Transportmittel dient ihm und seinen Partnern Tina Gester und Konstantin Pavlicek ein CO2-neutrales, mit Muskelkraft betriebenes, elektrisch unterstütztes Lastenfahrrad. Das E-Cargo-Bike namens „Olaf“ mit ausreichend großem Aufbau (1,1 Kubikmeter und maximaler Zuladung von 125 Kilogramm) sieht man seit einiger Zeit auf den Radwegen zwischen Geretsried, Gelting, Wolfratshausen, Eurasburg und Königsdorf herumkurven.

Auch auf dem ersten Direktvermarkter-Markt kürzlich an der Egerlandstraße stand Frederik Gester mit dem Gefährt an einem Stand und machte Werbung für seine Geschäftsidee. An interessierten Kunden mangelt es laut Gester nicht, jedoch (noch) an teilnehmenden Läden. Bislang sind das Isar-Kaufhaus mit Wolle, Kurz- und Schreibwaren, der Geltinger Dorfladen mit einer Auswahl an Lebensmitteln und der Feinkost-Vertreiber „Bavaria Selection“, der unter anderem Gewürzmischungen, Weine und Liköre im Angebot hat, mit im Boot.

 

Wer in einem der drei Geschäfte unter „dahoamkaufen“ online bis 11 Uhr vormittags etwas bestellt, bekommt es bis spätestens 18 Uhr nach Hause gebracht, verspricht die Homepage. 6,90 Euro kommen an Gebühren hinzu, ab einem Wert von 35 Euro ist die Lieferung kostenlos. Bezahlt wird mit Kreditkarte, per Sofortüberweisung, Giropay oder Sepa-Lastschrift. „2020 werden die Verbraucher an der Haustür per EC-Karte bezahlen können“, kündigt Gester an.

Der 49-jährige Wolfratshauser sagt, er führe gerade Gespräche mit weiteren Händlern wie Metzgern und einem Autoteile-Lieferanten. Sein Ziel: „Bis Dezember, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, möchte ich 15 bis 20 Einzelhändler gewonnen haben.“ Geplant ist zudem die Anschaffung eines CO2-armen, erdgasbetriebenen CNG-Kleintransporters, damit weitere Gemeinden des Oberlands angesteuert werden können und damit auch im Winter eine zuverlässige Auslieferung möglich ist.

Tanja Lühr

 

 

6. Juni 2019

Einzelhandel auf dem Land:Dorfladen to go

 

„Geh rei, der Dorflad’n is off’n“: So steht’s an der Tür des genossenschaftlichen Geschäfts, in dessen Teamleitung jetzt Kathy Ertl arbeitet.
(Foto: Hartmut Pöstges)

 

Das kleine Geltinger Geschäft will mit Hilfe des lokalen Anbieters Diloma Brotzeit und Mittagessen online anbieten und per Lasten-E-Bike liefern lassen. Das Isar-Kaufhaus ist mit Wolle und Kurzwaren dabei

 

Als Frederik Gester in dem kleinen Wolfratshauser Gewerbegebiet an der Loisach gearbeitet hat, ist ihm schnell aufgefallen: "Es gibt hier nix zu essen." Nun, ein paar Jahre später, will er es selbst in die Hand nehmen, das zu verändern. Und nicht nur das. Gester plant einen Online-Lieferservice für stationären Einzelhandel. Neben anderen Interessenten wie dem Isar-Kaufhaus hat sich der Geltinger Dorfladen dafür angemeldet. Das kleine Geschäft könnte Brotzeit und Mittagessen für viele Betriebe im Umgriff anbieten, Gerster würde per Lasten-E-Bike liefern. Der Betriebswirt hat inzwischen sein eigenes Unternehmen, die Diloma GmbH in Geretsried. Bisher bietet er Online-Marketing an; der Bestell- und Lieferdienst soll Anfang Juli starten.

Für den Dorfladen eine schöne Chance, wie der Vorstandsvorsitzende Christian Seidl glaubt. Und zwar eine, die der Laden durchaus brauchen kann: Der Umsatz, der im Vorjahr die halbe Million überschritten hatte, ist im Jahr 2018 auf 496 000 Euro zurückgegangen, der Überschuss von 10 000 auf 6500 Euro gesunken, so wurde gerade in der Genossenschaftsversammlung bekanntgegeben. Nach Seidls Ansicht kein Grund zur Beunruhigung, aber ein Anlass, über Veränderungen nachzudenken. "Wir werden was tun müssen", sagt der Vorstandsvorsitzende, der dieses Amt soeben von Franz Wirtensohn übernommen hat. Der Landwirt und CSU-Stadtrat Wirtensohn, den Seidl respektvoll als "Papa vom Dorfladen" bezeichnet, wollte elf Jahre nach der Gründung des genossenschaftlichen Geschäfts Jüngeren Platz machen.

Und das ist auch im Laden selbst inzwischen geschehen. Dort arbeitet ein teils neues Team aus 18 Frauen. Und zwei Neue leiten es gemeinsam: Vera Kraus und Kathy Ertl. Die eine ist den Geretsriedern als Stadträtin, Vorsitzende der Freien Wähler und frühere Leiterin der Musikschule bekannt, die andere als Grafikerin und Journalistin. Beide haben kaufmännische Ausbildungen. Und im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen, die als Mini-Jobberinnen im Dorfladen tätig waren, sollen sie "marktgerecht bezahlt" werden, wie Seidl sagt. Das ist einer der Ansprüche des gesamten Vorstands. Wenn man außerdem bedenke, dass der Dorfladen Lebensmittel zu Marktpreisen einkaufe und von der Auszeichnungspflicht bis zur Hygiene dieselben Auflagen erfüllen müsse wie Supermärkte und Discounter, könne man nur "schauen, dass wir mehr Umsatz machen", sagt Seidl.

Regional und frisch

Der Laden in Geltings Mitte soll daher ansprechender gestaltet, im Sortiment gestrafft, aber um ein Mittagsmenü erweitert werden. Die Ladeneinrichtung wird erneuert, die Theke so aus- und umgebaut, dass außer warmem Leberkäse künftig auch heiße Speisen angeboten werden können. Und, so Seidl: "Wir wollen noch stärker auf regionale Frischware setzen."

Der Dorfladen soll ein Treffpunkt bleiben: "Hinsetzen, essen oder Kaffee trinken und ein bisserl ratschen", das sei nach wie vor das Angebot für die Kunden. "Wir wollen um Himmels willen nicht weg vom stationären Handel", betont der Vorstandsvorsitzende. Aber "zusätzliche Umsatzpotenziale" sollen erschlossen werden.

Und so sind Dorfladen und Diloma zusammengekommen. Für das Geltinger Geschäft möchte Geschäftsführer Gester einen "Brotzeit-Express" in Gang setzen. Kunden sollen online einen Tag im Voraus etwas zu essen bestellen können, was am nächsten Mittag bei ihnen zu Hause oder im Betrieb auf dem Tisch steht. Gerster wartet sehnsüchtig auf das Lasten-E-Bike, das er eigens in Schweden bestellt hat, weil es ein besonders gutes sei. Sobald es da ist, lässt er sich - bewusst regional - bei Hörschelmann im Geltinger Gewerbegebiet eine Box nach Maß anfertigen. Einen Kubikmeter Volumen soll sie haben. Und das Essen soll darin nicht mit Styropor warm- oder kaltgehalten werden, sondern - umweltfreundlicher - mit Stroh und eutektischer Kühlung.

Sobald alles parat steht, kann Gester auch seine neue Homepage freischalten, die Heimatbewusstsein und Digitalisierung schon namentlich verbindet: www.dahoamkaufen.de Für diesen "Marktplatz", wie er es nennt, möchte der Diloma-Geschäftsführer außer dem Dorfladen, mit dem er eine feste Absprache hat, noch mehr Händler gewinnen. Und so wirbt er um sie: "Um Internetbesucher in Online-Käufer umzuwandeln, bedarf es eines Online-Shops beziehungsweise einer Mitgliedschaft auf unserem Marktplatz." Das Isar-Kaufhaus habe bereits Interesse daran bekundet, sagt er, außerdem der Wolfratshauser Feinkost- und Kosmetik-Vertreiber Bavaria Selection sowie Autoteile-Anbieter Konrad mit seinen Standorten in Wolfratshausen und Geretsried.

Das Isar-Kaufhaus will mit 1400 Produkten aus dem Sortiment Kurzwaren und Wolle beginnen, erklärt Geschäftsführer Frederik Holthaus. Wenn es gut läuft, sollen die Schreibwaren folgen. Zwei Herausforderungen seien zu meistern gewesen, erklärt er: die Vernetzung des hauseigenen Warenwirtschaftssystems mit dem Online-Service der Diloma und Bilder und Textbeschreibungen für die Produkte. Holthaus weiß, dass andere Einzelhändler sich noch nicht auf den digitalen Marktplatz trauen. Er aber findet, wenn jeder nur abwarte, könne nichts besser werden.

Gester will mit dem Lasten-E-Bike Kunden in Geretsried, Wolfratshausen und Eurasburg ansteuern; ob auch Icking und Münsing zu schaffen wären, überlegt er noch. Und im Gegensatz zum geplanten "Express" für den Dorfladen veranschlagt er bei anderen Partnern kürzere Fristen: Wenn eine Bestellung bis 10 Uhr eingeht, soll die Ware am selben Tag geliefert werden, in einem "Zeitfenster" von 13 bis 15 Uhr. Ob er da bei mehreren Bestellungen gleichzeitig mit einem E-Bike auskommen wird? "Wir werden es testen", sagt Gerster. Und: "Wir haben auch noch einen kleinen Transporter."

 

 

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